Turmwaechter-Esslingen-Dicker-Turm-Esslinger-Echo-Glockenkonzert-14062017
Läuten für den Turm (Esslinger Echo 14.06.2017) – Glockenkonzert Burgverein und Turmwächter
20. August 2017
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Großreinemachen auf der Höh‘ (Esslinger Zeitung 29.06.2017) – Demnächst Bauantrag
20. August 2017

Läuten nach Plan (Esslinger Zeitung 20.06.2017) – Glockenkonzert Burgverein und Turmwächter

Turmwaechter-Esslingen-Dicker-Turm-Esslinger-Zeitung-Glockenkonzert-20062017

Läuten nach Plan.

Esslingen: Erstes Esslinger Glockenkonzert – Dannach bläst Posaunenchor auf der Südkirche, Alphornbläser antworten vom Dicken Turm.

Mehr als 60 Glocken in der Esslinger Innenstadt haben am frühen Sonntagabend geläutet. Erst einzeln, dann miteinander. Das fein aufeinander abgestimmte erste Esslinger Glockenkonzert hat zugunsten der Wiederbelebung des Dicken Turms stattgefunden. Den Schlusspunkt setzten die Alphornbläser Esslingen, sie waren als die musikalische Überraschung angekündigt.

Nach dem letzten gemeinsamen Läuten aller mehr als 60 Glocken in der Innenstadt erhoben sich die Posaunenbläser des CVJM auf dem Balkon des Südturms der Stadtkirche und bliesen in den Abendhimmel. Die klangliche Antwort erscholl vom Dicken Turm, wo sich die Fenster öffneten, die Alphornbläser ihre sechs wuchtigen Holzinstrumenten rausschoben und vierstimmig zurückbliesen.

Zuvor hatte ein ausgeklügelter Einsatzplan die Kirchenglocken der Innenstadt und die Glocken an den Türmen und Gebäuden zum Klingen gebracht. Das helle Bimmbimm des Vesperglöckchens an der Hochwacht hatte das ungewöhnliche Konzert in Gang gesetzt. Ihm folgten dann von Ost nach West – die Johanneskirche, die griechisch-orthodoxe Kirche, die Franziskanerkirche, die Südkirche, das Mörike-Gymnasium über das Glockenspiel am Alten Rathaus bis hin zu den großen Kirchen im Westen der Stadt. Nicht immer waren die einzelnen Glocken gut zu hören: Die Südkirche, recht weit vom Hörplatz an der Burg entfernt, kämpfte gegen Stadtrauschen und B10-Lärm an. Die Zuhörer im Dicken Turm jedenfalls traten nahe an die Fenster heran, das Ohr zum Klang gerichet, Finger wurden an die Lippen gefährt: „SchSchSch“. Andere Glocken wiederum überraschten die Zuhörer: Mit einem starkem und hellen Ton meldete sich das Mörikegymnasium zu Gehör. Feierlich und ein wenig pompös wiederrum gestaltete sich das Zusammenspiel aller rund 60 Glocken, wobei Stadt- und die Frauenkirche die Akustik dominierten – als Festgeläut für das Reformationsjubiläum, wie die evenagelischen Gesamtkirchengemeinde das Glockenkonzert nannte. „Das wird man so nie wieder hören, “ sagte Cornelius Hauptmann, der das Glockenkonzert organisiert hatte. Der Opernsänger lebt in Esslingen und hört im Garten seiner Wohnung in Halbhöhenlage die Glockenklänge aus der Stadt recht gut. Das brachte ihn auf die Idee, ein gemeinsames Glockenkonzert zu veranstalten und die Einnahmen den Turmwächtern, bei denen er Mitglied ist, zuzuführen. Während des Konzerts war er durchaus nervös, denn der Läuteplan, der er ausgearbeitet hatte, musste minutiös eingehalten werden. „Man muss bedenken, dass die Glocken erst ausklingen und verwehen, bis der nöchste Ton einsetzt“, erklärte Hauptmann. Besonders der Übergang zum Geläut der Stadtkirche erforderte höchste Präzision, denn: „Die Glocken der Stadtkirche sind nämlich computergesteuert, die warten nicht.“ Also musste auch Eckhardt Hirschmann beim Rathaus-Glockenspiel sein Zeitfenster genau einhalten. Neben dem Hörerlebnis erfuhren die Besucher auch einiges über die Glocken in der Stadt. In früheren Zeiten hatten sie wichtige Funktionen als Medium wie als Taufglocke oder Sturmglocke. Das brachte auch Besucherin Johanna Kösler zur Sprache. Sie hatte sich mit Freunden von außerhalb auf der Burgsteige niedergelassen, um zu lauschen. „Das Thema Glocken ist sehr interessant, vor allem, wenn man etwas mehr über ihre Geschichte und Bedeutung erfährt,“ sagte sie. Und die Glocken bewusst und einzeln wahrzunehmen, habe ihr sehr gut gefallen.

Am Ende war Organisator Hauptmann zufrieden. Zwar waren nicht alle Eintrittskarten auf der Burgstaffel und im Weinberg verkauft, aber die Einnahmen und damit die Unterstützung für die Wiederbelebung des Dicken Turms seien ausreichend gewesen.

Von Barbara Scherer.

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