EZ Bericht Bürger machen sich stark
Bürger machen sich für den Dicken Turm stark
20. Dezember 2015
EZ Bericht: Die Burg muss aus dem Dornröschenschlaf
„Die Burg muss aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden“
20. Dezember 2015

„Da schlummern ungeahnte Potenziale“

EZ Bericht: Da schlummern ungeahnte Potentiale

Esslingen: EZ-Leser bringen die Diskussion über die Zukunft des historischen Bauwerks mit vielen Ideen in Schwung

Von Alexander Maier

Seit Ende 2011 liegt der Dicke Turm im Dornröschenschlaf, und viele Esslinger können nicht verstehen, weshalb es noch immer nicht gelungen ist, das Wahrzeichen der Stadt nach dem Abschied der bisherigen Gaststätten-Pächter neu zu beleben. Nun soll die Diskussion wieder in Schwung kommen: Zahlreiche Leser haben sich mit Vorschlägen an der EZ-Aktion „Was soll aus dem Dicken Turm werden?“ beteiligt. Und das historische Bauwerk liegt nicht nur den Esslingern, sondern auch Menschen aus dem Umland am Herzen. Die Aktion geht weiter – was unsere Leser an Anregungen zusammentragen, soll hinterher mit der Stadtverwaltung diskutiert werden. Hier eine erste Auswahl von Ideen:

Irina Bulmer aus Esslingen: Ich würde im Dicken Turm einen Dauerausstellungsraum mit angeschlossenem Café installieren. Man könnte dort auch Kleinstmessen ausrichten. Es könnten sehr unterschiedliche Ausstellungen sein – von Kunst bis Archäologie, auch Wanderausstellungen, sogar aus dem Ausland.

Joachim Rapp aus Esslingen: Der Dicke Turm sollte in jedem Fall erhalten und auch genutzt werden. Dazu brauchen wir keine gastronomischen Höchstleistungen von Wirten mit astronomischen Preisen. Eine Nutzung müsste bevorzugt für die allgemeine Bevölkerung – Familien, Spaziergänger und Touristen – gegeben sein. Mein Vorschlag: Erstens die Einrichtung eines Kiosks im unteren Bereich mit Getränken und Souvenirs für Touristen und Kinder. Zweitens eine Ausstellung über Waffen und Streitgeräte aus dem Mittelalter sowie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Drittens die Ausstellung einer Folterkammer mit Gruseleffekt. Sofern dann noch Platz ist, wäre es denkbar, historische Arbeitsgeräte der Esslinger Weingärtner auszustellen.
Über moderate Eintrittspreise müssten zumindest die Kosten für den Personalaufwand gedeckt sein.

Renate Merkle aus Hochdorf: Den Neckartal-Radweg möchte man besser vermarkten – da wäre doch eine Jugendherberge im Turm optimal. Für Radler ist der Berg kein Problem, notfalls kann man schieben. Allein schon die Strecke Tübingen – Esslingen wäre interessant, um zwei schöne alte Städte mit dem Rad zu verbinden. Ganz kühn wäre es, ein Heulager einzurichten. Die echten Touren-Radler kommen an, nach dem Duschen und Wechseln der Kleidung möchte man bummeln und sich die Beine vertreten. Ein Stadtrundgang, eventuell mit Führung eines Nachtwächters, käme da gelegen.

Susanne Kundt aus Ostfildern: Mein Vorschlag für den Dicken Turm ist ein Museum über die Geschichte der Burg und der Stadt Esslingen. Der Dicke Turm könnte auch Startpunkt zu Führungen verschiedener Art sein, die dann auch nach Esslingen runtergehen. Unten würde ich ein kleines Café einrichten, um draußen zu sitzen, nichts Großes. Der Vorteil dieses Gedankens: Die Strukturen – Parkplätze, Kinderspielplatz – alles ist da. Die Wirtschaft oben würde auch sehr davon profitieren und noch mehr Touristen würden kommen und unsere Stadt bewundern.

Andrea Heuser aus Esslingen: Ich bin nicht der Meinung, dass im Dicken Turm unbedingt ein Speiselokal der gehobenen Klasse sein muss. Davon gibt es in der Stadt mittlerweile genug. Mir würde eine Galerie sehr gut gefallen. In dem großen Raum könnte man Gemälde oder Skulpturen ausstellen. Durch die Fenster wird die Umgebung mit einbezogen, auch der Blick über die Stadt wird zum Teil der Ausstellungen. Oder aber könnte der Dicke Turm eine Außenstelle des Stadtmuseums im Gelben Haus sein – man könnte im Turm Teile aus dem Bestand unterbringen oder Wechselausstellungen zu bestimmten Themen. Eine für beide Gebäude geltende Eintrittskarte wäre logisch. Dadurch wäre der Dicke Turm ein wesentlicher Bestandteil unserer Stadt auch für Touristen und Gäste und würde sicher auch von den Bürgern angenommen. Ob es möglich ist, im Untergeschoss ein kleines Café mit Sommerbewirtung im Freien einzurichten, müsste man prüfen. Ein Speiselokal gibt es auf der Burg ja schon: den beliebten „Trödler“. Als Esslingerin würde ich mich auch sehr freuen, wenn dieser Tummelplatz meiner Kindheit eine neue Attraktivität bekäme.

Reinhold Miller aus Esslingen: Der Heimatverein Esslingen hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, ein Heimatmuseum einzurichten. Zu diesem Zweck wurden schon viele Ausstellungsstücke, die früher zum privaten oder zum gewerblichen Gebrauch bestimmt waren, angesammelt. Musikinstrumente, Hausrat, Möbel, komplette Werkstatteinrichtungen von Handwerkern mit Maschinen, landwirtschaftliche Geräte und so weiter sind derzeit in verschiedenen Gebäuden untergebracht und warten auf eine geeignete Immobilie, um diese Preziosen ausstellen zu können. Wir sammeln Gebrauchsgegenstände, aber auch Dokumente, Urkunden und persönliche Erinnerungsstücke, die aufbewahrt und der Nachwelt erhalten bleiben sollen. Eventuell könnte der Dicke Turm hierzu verwendet werden. Diese Ausstellungsstücke stammen ausnahmslos aus Esslingen und Umgebung. Zum Teil aus aufgegebenen Handwerksbetrieben und von privaten Sammlern. Eine angebotene umfangreiche Sammlung über „Kommunikation“, vom Fernschreiber bis zum Handy, kann aus Platzgründen nicht erworben werden.

Hohenkreuzler kommentiert im Internet-Blog unserer Zeitung: Mir ist es unverständlich, dass sich für eine so außergewöhnliche, exponierte, charmante und großzügige Location wie den Dicken Turm keine angemessene Gastronomie finden lässt. Ich denke, mit dem passenden Marketing und einer mutigen, nach vorn gerichteten Investitionsstrategie kann der Dicke Turm seine baulichen Vorzüge überregional ausspielen und zu einer Topadresse in der gesamten Region werden. Ich kann nur von den räumlichen Vorzügen in der Turmspitze schwärmen. Da schlummern ungeahnte atmosphärische Potenziale.

IDEEN FÜR DEN DICKEN TURM
Wenn Sie Ideen haben, was aus dem Dicken Turm werden könnte, schreiben Sie an die Eßlinger Zeitung, Stichwort „Dicker Turm“, Marktplatz 6 in 73 728 Esslingen und notieren Sie Ihre Vorschläge und für Rückfragen Ihre Kontaktdaten. Ihre Vorschläge können Sie auch per E-Mail senden an lokales@ez-online.de, Stichwort „Dicker Turm“. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich unter www.esslinger-zeitung. de im Kommentarbereich zu diesem Beitrag an der Diskussion zu beteiligen.

Unsere Leserinnen und Leser können sich im neuen Internet-Blog der Esslinger Zeitung unter http://blog.esslinger-zeitung.de/ ebenfalls mit ihren Ideen an der Diskussion über die Zukunft des Dicken Turms beteiligen.

Pressefoto Dicker Turm

Der Dicke Turm prägt das Bild der Esslinger Burg und die Silhouette der Stadt. Vielen Esslingern ist seine Zukunft ein Herzensanliegen. Foto: Bulgrin

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